Meistens eigentlich. Denn das Schlimmste nach dem Ende einer Beziehung sind nicht etwa die Tage, sondern die Nächte.
Ich schlafe schlecht. Ziemlich schlecht sogar. Und auch wenn ich meine Verletzlichkeit ungern zur Schau stelle...heute bin ich es.
Ich denke an dich. Wir hatten auch gute Zeiten, so ist es nicht. Es war nicht alles schlecht.
Es begann mit Herzklopfen und Küssen in Seitengassen. Ich vermisse manchmal deinen Geruch oder dein dummes Lachen. Wie du deine Zunge zwischen die Zähne gesteckt hast, wenn du einen Witz auf meine Kosten brachtest oder wie deine Ohren nach oben gingen, wenn du grinsen musstest. Manchmal sagt jemand etwas und ich will einen unserer Insider bringen. Aber die Insider gibt es nicht mehr, genau wie uns.
Ich habe unzählige Artikel über Trennungen aus heiterem Himmel gelesen und trotzdem hilft es nichts. Nachts fehlst du mir. Mein Bett ist leer und mein Kopf dreht sich. Gedankenkarussell. Mir fallen unsere guten Zeiten ein. Paris an Silvester zum Beispiel oder als du mir zum ersten Mal gesagt hast, dass du mich liebst. Ich merke, wie ich weich werde und ich hasse es.
Ich habe dich überall blockiert. Deine Mails wandern in meinen Spam-Ordner. Du bist weg. Es ist gut so, wir waren einfach nicht gut zusammen. Beide zu stur, beide zu stolz. Du bist ein Narzisst und ich bin der Junkie, der wieder seine Droge will. Deswegen will ich nicht reden. Ich werde weich. Ich BIN weich. Stündest du jetzt vor mir, ich würde dich in den Arm nehmen und dich anbetteln mich zu halten während wir einschlafen.
Nachdem du gegangen bist, dachte ich, ich hätte keine Tränen mehr in mir für dich. Falsch. Es tut wirklich verdammt weh und das macht mich fertig. Aber bevor ich dir das sage, schreibe ich es lieber Fremden.
Und manchmal - nachdem ich mir den ganzen Tag eingeredet habe, dass ich dich nicht mehr will - sitze ich in meinem Bett und verliere mich in Gedanken. Ich hab alles weggeworfen von dir. Die Kette hab ich kaputt gemacht, die Postkarte zerrissen. Vielleicht bereue ich es irgendwann.
Vorgestern habe ich ein altes Shirt von dir zwischen meinen Putzlumpen gefunden und habe daran gerochen und geweint. Danach habe ich es weggeworfen. Ich hasse es und ich freue mich auf den Tag, an dem der Schmerz endlich weg ist. Der Weg dahin ist noch lang.
Bis dahin schneide ich dich Stück für Stück heraus aus mir.
Ich muss mir einfach sagen, dass ich nicht weich werden darf. In der Nacht als wir uns trennten hat es gewittert. Ich habe mich gewälzt.
Ich wälze mich immer noch. Aber es wird besser. Irgendwann. Bestimmt.