Sonntag, 28. August 2016

Seziert.

Und wenn es dunkel wird, vermisse ich dich manchmal.

Meistens eigentlich. Denn das Schlimmste nach dem Ende einer Beziehung sind nicht etwa die Tage, sondern die Nächte. 

Ich schlafe schlecht. Ziemlich schlecht sogar. Und auch wenn ich meine Verletzlichkeit ungern zur Schau stelle...heute bin ich es. 

Ich denke an dich. Wir hatten auch gute Zeiten, so ist es nicht. Es war nicht alles schlecht. 

Es begann mit Herzklopfen und Küssen in Seitengassen. Ich vermisse manchmal deinen Geruch oder dein dummes Lachen. Wie du deine Zunge zwischen die Zähne gesteckt hast, wenn du einen Witz auf meine Kosten brachtest oder wie deine Ohren nach oben gingen, wenn du grinsen musstest. Manchmal sagt jemand etwas und ich will einen unserer Insider bringen. Aber die Insider gibt es nicht mehr, genau wie uns. 

Ich habe unzählige Artikel über Trennungen aus heiterem Himmel gelesen und trotzdem hilft es nichts. Nachts fehlst du mir. Mein Bett ist leer und mein Kopf dreht sich. Gedankenkarussell. Mir fallen unsere guten Zeiten ein. Paris an Silvester zum Beispiel oder als du mir zum ersten Mal gesagt hast, dass du mich liebst. Ich merke, wie ich weich werde und ich hasse es.

Ich habe dich überall blockiert. Deine Mails wandern in meinen Spam-Ordner. Du bist weg. Es ist gut so, wir waren einfach nicht gut zusammen. Beide  zu stur, beide zu stolz. Du bist ein Narzisst und ich bin der Junkie, der wieder seine Droge will. Deswegen will ich nicht reden. Ich werde weich. Ich BIN weich. Stündest du jetzt vor mir, ich würde dich in den Arm nehmen und dich anbetteln mich zu halten während wir einschlafen. 

Nachdem du gegangen bist, dachte ich, ich hätte keine Tränen mehr in mir für dich. Falsch. Es tut wirklich verdammt weh und das macht mich fertig. Aber bevor ich dir das sage, schreibe ich es lieber Fremden. 

Und manchmal - nachdem ich mir den ganzen Tag eingeredet habe, dass ich dich nicht mehr will - sitze ich in meinem Bett und verliere mich in Gedanken. Ich hab alles weggeworfen von dir. Die Kette hab ich kaputt gemacht, die Postkarte zerrissen. Vielleicht bereue ich es irgendwann. 

Vorgestern habe ich ein altes Shirt von dir zwischen meinen Putzlumpen gefunden und habe daran gerochen und geweint. Danach habe ich es weggeworfen. Ich hasse es und ich freue mich auf den Tag, an dem der Schmerz endlich weg ist. Der Weg dahin ist noch lang. 

Bis dahin schneide ich dich Stück für Stück heraus aus mir. 

Ich muss mir einfach sagen, dass ich nicht weich werden darf. In der Nacht als wir uns trennten hat es gewittert. Ich habe mich gewälzt.

Ich wälze mich immer noch. Aber es wird besser. Irgendwann. Bestimmt.

Samstag, 27. August 2016

Karma.

Schon mal jemanden zur Hölle geschickt?
Ich schon.

Und im Moment? Im Moment bin ich fucking Rumpelstilzchen.

Nein, ich bin nicht darüber hinweg und nein, eigentlich macht man sowas nicht, aber bevor ich der Männerwelt noch eine Chance gebe mir das Herz zu brechen...muss ich erst mal mit dem ganzen Scheißhaufen hier abschließen.

Kurzes Profil seinerseits: Bald dreißig, unfassbar attraktiv und in der Lage mich von vorne bis hinten zu veräppeln ohne das ich auch nur DENKE, es könnte etwas falsch laufen.

Also stell mich jetzt ruhig als Arschloch hin, aber ich bade gerade in Triumph. Ob mich das in den Arsch beißen wird? Sicher. Aber NICHT jetzt.

Also. Traummann trennt sich von mir, ich bin am Boden zerstört. Der Traummann musste nur mit seinen Wimpern klimpern und schon kam die Hofnärrin angetanzt und legte ihm die Welt zu Füßen. Okay, das ist übertrieben, ich bin nicht unbedingt die Art von Frau, die man als perfekt einstufen würde, aber ihr versteht mich. Ich meine eigentlich hauptsächlich: Finanzielle Sicherheit. Der Traummann, mit zwei Jobs und 20-stündigem Wochenaufwand als Lagerist gerade mal 800 Euro verdienend, wurde von mir unterstützt. Finanziell, emotional, aber vor allen Dingen bei seinen Schularbeiten, da er gerade nebenberuflich seinen Lagermeister macht. Super Sache, so sollte es sein in einer Beziehung, denkt ihr euch. Ja, das ist auch korrekt...allerdings sollte auch etwas zurückkommen.

Stattdessen: Ignoranz, Wut, Kälte, Zerstörung des Selbstbewusstseins. Schon mal was von narzisstischer Persönlichkeitsstörung gehört? Hier haben wir den Bilderbuch-Narzissten.

Ein riesiger Streit Ende Juli sorgte dafür, dass er Hals über Kopf seine Sachen packte und verschwand. In die wohlbehütete Wärme des väterlichen Elternhauses. Mit fast dreißig. Denn eine eigene Wohnung kann man sich nicht leisten. Scheiße, bei mir musste er gerade mal 100 Euro Miete zahlen und hatte zwei Minuten auf die Arbeit. Bei seinem Vater sind es eben ein paar Minuten mehr. 45 Minuten, um genau zu sein. Und 60 Kilometer mehr.

Sein Auto? Eine Blechschüssel mit Würstchenkomplex. Kurz: BMW. Ghettokarre. You get the picture.

Ich fasse nochmal kurz zusammen: Kein Geld, kein Auto und JETZT auch keine Freundin mehr.

Aber Karma holt dich. Es dauert seine Zeit, aber scheiße, es holt dich irgendwann ein und dann hast du die Kacke am Dampfen!

Er ging also zu seiner Arbeitsstelle und bettelte da um eine Erhöhung der Stunden. Sie willigten ein, aber Leute: Das ist ein Job, den keiner machen will...Pakete von A nach B schleppen, beladen, entladen, da bist du fertig nach ein paar Stunden.

Nachdem er jetzt ja wieder "Vollzeit" arbeitet, kann er die Bank anpumpen, um einen Kredit für ein neues Auto rauszuschlagen. Also gut: Kohle, Auto, alles gut.

In dieser Zeit betreibt er einen Psychoterror, schickt mir teilweise 15 Mails im Abstand von zehn Minuten. Sein Gemütszustand wechselte trotz Ignoranz von meiner Seite aus von nett zu wütend und dann reumütig. So ging das die letzten vier Wochen.

Plötzlich braucht er Geld. Warum, fragt ihr euch? Er hat seine neue Karre geschrottet. Nein, Moment: Das KARMA hat seine neue Karre geschrottet.

Er will also Geld für das Wechseln von Reifen, für die investierte Arbeit in unsere Wohnung, eigentlich für alles, was er jemals getan hat. Was ich getan habe, ist natürlich grundsätzlich außer Acht zu lassen. Das war nämlich selbstverständlich. All die Male, die ich ihm mit seiner Schule geholfen habe, puff. Vergessen. Also gut, er möchte Geld und zwar sofort. 730,40 Euro habe ich ihm gegeben. Wobei man sagen muss, ich habe ihm die gemeinsam angeschaffte Playstation und die halbe Monatsmiete sowie den gemeinsam angeschafften Kühlschrank ausgezahlt. Insoweit also alles fair.

Aber er wollte seine Möbel noch 4 Monate in meinem Keller lassen. Bis Ende November. Inaktzeptabel von meiner Seite aus. Ein neuer Mann kommt auch ungerne vorbei, wenn die Möbel vom Ex ihm aus dem Keller entgegenblitzen.

Nach UNENDLICHER Diskussion hat er diese Woche endlich seine Möbel aus meinem Keller geholt und ich bin ihn los. Aber nein. Doch nicht. Er will reden.

Und meine Damen und Herren, Männer die reden möchten, führen etwas im Schilde. Er bereut es. Und zwar sehr. Er bereut es, dass er seine größte Stütze einfach so abgesägt hat, nur weil er keinen Filter zwischen Gehirn und Mund hat. Jetzt, wo er seine Möbel geholt hat, ich die Schlüssel und Unterlagen für all meine Sachen habe, bin ich ihn los. Die Ignoranz wird ihn umbringen.

Er bettelte mich vorhin per Mail an, ihm zurückzuschreiben, ob ich alles gelesen hätte. Hab ich, Arschloch. Aber erzählen werde ich es dir nicht.

Gez. Rumpelstilzchen
aka Die wertlose Ex mit dem Champagnerglas in der Hand

Freitag, 26. August 2016

Scheiß drauf, ich tu es jetzt

Kommen Sie rein, hier gibt´s was zu sehen.

Nämlich einen Autounfall. Auf Schienen. Kollision mit dem Zug. Bäm. Pure Idiotie.

Ich nenne es mein Leben. Ich bin langweilig. Ich bin nett. Ich bin witzig. Und ich bin verdammt nochmal sowas von Single.

Startpunkt war vor 27 Tagen, 6 Stunden und 43 Minuten, als mein Freund...ähm entschuldigung...Ex-Freund mir an den Kopf warf, ich wäre nicht die Richtige und zudem noch ziemlich wertlos, seine Sachen packte und unsere gemeinsame Wohnung verließ.

Es folgte: der pure Wahnsinn. Schlammschlacht ("Fass meine Sachen nicht an! Sonst hole ich die Polizei"), schmutzige Wäsche. Ich hoffe durch dieses...whatever...Tagebuch ein bisschen was aufarbeiten zu können. Aber nicht auf die "Mimimimi ich bin so einsam"-Art. Nein. Das hab ich hinter mir.

Ich war zwei Jahre nicht mehr Single. Ich bin rostig, gnadenlos untervö***t und vor allen Dingen ein bisschen verbittert. Okay, sehr verbittert. Aber hey, so habt ihr was zu lachen und ich ein bisschen Seelenfrieden. Also was soll´s. Scheiß drauf.

P.S.: Bin ich dramatisch? Nein. NEIN!! Auf keinen Fall!